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John-Paul Wernecke

IT-Onboarding neuer Mitarbeiter: Diese Zugänge und Geräte sollten vorbereitet sein

Vom Benutzerkonto bis zum Notebook: Eine praxisnahe Checkliste für das IT-Onboarding neuer Mitarbeitender in kleinen und mittleren Unternehmen.

Ein Kollege unterstützt einen neuen Mitarbeiter an dessen Arbeitsplatz als Symbol für das IT-Onboarding neuer Mitarbeiter
In diesem Artikel

Ein gutes IT-Onboarding hat ein ziemlich simples Ziel: Am ersten Arbeitstag sollte die neue Person sich anmelden, kommunizieren und mit den benötigten Anwendungen arbeiten können. Notebook, Benutzerkonto und Berechtigungen müssen deshalb vorher geklärt sein. Der erste Morgen ist ein schlechter Zeitpunkt, um festzustellen, dass noch eine Lizenz, ein VPN-Zugang oder die Freigabe für den Projektordner fehlt.

Das klingt selbstverständlich, scheitert aber oft nicht an der Technik. Meist fehlen der IT schlicht Informationen: Welche Rolle übernimmt die Person? Wo arbeitet sie? Welche Programme und Daten braucht sie? Wer darf die Zugriffe freigeben? Ein sauberer Onboarding-Prozess beginnt deshalb nicht mit dem Notebook, sondern mit einem vollständigen Auftrag.

Was die IT vorab wissen muss

Für die Vorbereitung braucht es keine seitenlange Personalakte. Ein paar Angaben sollten aber vollständig sein, bevor Konten und Geräte angelegt werden:

  • vollständiger Name und Startdatum
  • Rolle oder Abteilung sowie zuständige Führungskraft
  • Arbeitsort und gegebenenfalls Homeoffice-Anteil
  • benötigter Gerätetyp und Zubehör
  • benötigte Anwendungen, Postfächer, Teams, SharePoint-Bereiche oder Netzlaufwerke
  • besondere Zugänge wie VPN, Fachanwendungen oder administrative Rechte

Gerade der letzte Punkt lässt sich schlecht erraten. Die IT kann ein Konto technisch anlegen, aber sie sollte nicht selbst entscheiden müssen, ob ein neuer Mitarbeiter Zugriff auf Personalunterlagen, Buchhaltung oder Kundendaten benötigt. Diese Freigabe gehört zum Fachbereich beziehungsweise zur zuständigen Führungskraft.

Praktisch ist deshalb ein kleines Onboarding-Formular oder ein wiederkehrender Vorgang, den Personalverantwortliche oder die Führungskraft auslösen. So landet nicht am Freitagnachmittag nur die Nachricht “Montag fängt jemand Neues an” bei der IT.

Benutzerkonto und Microsoft 365 rechtzeitig vorbereiten

In vielen kleinen Unternehmen ist Microsoft 365 der erste Baustein. Benutzerkonto, Lizenz und Postfach sollten vor dem Start vorhanden sein. Dazu kommen je nach Rolle Gruppen, Teams, SharePoint-Bereiche, gemeinsame Postfächer und weitere Dienste.

Ein bestehendes Konto komplett als Vorlage zu kopieren ist verlockend, bringt aber schnell alte oder unnötige Zugriffe mit. Sinnvoller ist eine Grundausstattung für die jeweilige Rolle. Alles Weitere kommt nur dazu, wenn der Fachbereich es wirklich braucht.

Bei Microsoft 365 betrifft das typischerweise Benutzer, Gruppen, Lizenzen und die Anbindung des Geräts. Die persönliche MFA-Einrichtung kann bei der Übergabe abgeschlossen werden, weil dafür häufig das Gerät oder die Authenticator-App des neuen Mitarbeiters gebraucht wird.

Ein Notebook sollte bei der Übergabe schon arbeitsfähig sein

Ein originalverpacktes Notebook auf dem Schreibtisch ist noch kein vorbereitetes Arbeitsgerät. Vor der Übergabe sollten Betriebssystem und Updates auf einem aktuellen Stand sein, die im Unternehmen vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen greifen und die benötigte Standardsoftware installiert sein.

Was genau dazugehört, hängt von der Umgebung ab. Häufig sind das Microsoft 365 Apps, Browser, PDF-Software, Fachanwendungen sowie ein VPN-Client oder andere Zugänge für die Arbeit außerhalb des Büros. Wenn das Unternehmen Geräte zentral verwaltet, sollte auch diese Einbindung erledigt sein. Dockingstation, Netzteil, Headset oder zusätzliche Monitore gehören ebenfalls in die Vorbereitung, wenn sie für den Arbeitsplatz vorgesehen sind.

Mindestens genauso wichtig ist ein kurzer Test. Lässt sich das Gerät anmelden? Startet die benötigte Software? Funktionieren Netzwerk oder WLAN? Ein Fehler, der beim Vorbereiten auffällt, ist deutlich angenehmer als derselbe Fehler mit einer neuen Person daneben, die eigentlich ihren ersten Arbeitstag beginnen möchte.

Das Gerät sollte außerdem dokumentiert und eindeutig einer Person zugeordnet sein. Seriennummer oder Inventarnummer, Gerätetyp und Übergabedatum reichen häufig schon als solide Grundlage. So lässt sich später auch beim Offboarding nachvollziehen, welche Hardware zurückkommen muss.

Zugriffe nicht erst nach den ersten Fehlermeldungen verteilen

Nach dem Benutzerkonto folgen meist die eigentlichen Arbeitsbereiche. Dazu können Teams-Kanäle, SharePoint-Bibliotheken, Dateiablagen, Fachanwendungen, CRM, Zeiterfassung, VPN oder gemeinsam genutzte Postfächer gehören.

Hier zeigt sich schnell, ob das Unternehmen Rollen und Zuständigkeiten sauber definiert hat. Wenn niemand sagen kann, welche Zugriffe ein neuer Mitarbeiter im Vertrieb normalerweise benötigt, wird jedes Onboarding zur Einzelrecherche. Ein einfacher Rollenstandard spart hier viel Abstimmung, ohne dass alle Personen dieselben Rechte erhalten müssen.

Wo Anwendungen persönliche Benutzerkonten unterstützen, sollten neue Mitarbeitende auch eigene Konten bekommen. Gemeinsam genutzte Zugangsdaten machen spätere Änderungen, Protokollierung und Offboarding unnötig schwierig. Ausnahmen gibt es natürlich, sie sollten dann aber bewusst dokumentiert sein.

Der erste Login gehört zum Onboarding dazu

Auch wenn technisch alles vorbereitet ist, sollte die Übergabe nicht bei “hier ist dein Laptop” enden. Beim ersten Login lässt sich direkt prüfen, ob die wichtigsten Wege funktionieren. Dazu gehören je nach Arbeitsplatz E-Mail, Teams, benötigte Dateiablagen, Fachanwendungen und gegebenenfalls der Zugang von außerhalb des Büros.

Bei dieser Gelegenheit kann auch die Mehrfaktor-Authentifizierung eingerichtet und erklärt werden. Das vermeidet improvisierte Übergangslösungen und zeigt der neuen Person gleich, an wen sie sich bei Problemen wenden kann.

Wichtig ist nicht, am ersten Tag jede selten genutzte Anwendung vollständig zu testen. Die Kernaufgaben sollten funktionieren. Spezialzugänge können danach ergänzt werden, wenn dafür noch eine fachliche Freigabe oder Einweisung nötig ist.

Eine kompakte IT-Onboarding-Checkliste

Phase Was geklärt oder erledigt sein sollte Zuständigkeit
Auftrag Name, Startdatum, Rolle, Arbeitsort und Ansprechpartner sind bekannt Führungskraft / Organisation
Konten Benutzerkonto, Lizenz, Postfach und benötigte Gruppen sind eingerichtet IT
Gerät Notebook und Zubehör sind vorbereitet, aktualisiert und dokumentiert IT
Zugriffe Teams, SharePoint, Fachanwendungen, VPN und weitere notwendige Bereiche sind freigegeben Fachbereich + IT
Übergabe Erster Login, MFA und die wichtigsten Arbeitswege funktionieren IT + Mitarbeiter
Nachlauf Offene Spezialzugänge und Besonderheiten werden dokumentiert und nachgezogen IT / Fachbereich

Die Tabelle kann direkt als Grundlage für einen internen Ablauf dienen. Ob daraus ein Formular, ein Ticket oder einfach eine wiederkehrende Aufgabenliste wird, ist nicht besonders wichtig. Hauptsache, der Auftrag kommt rechtzeitig und jeder weiß, welche Angaben er liefern muss.

Wiederkehrendes Onboarding sollte kein Zurufprozess bleiben

Sobald neue Benutzer und Geräte regelmäßig hinzukommen, lohnt sich ein fester Ablauf. Dann muss nicht bei jedem Eintritt neu überlegt werden, welche Standardsoftware installiert wird, wer Zugriffe freigibt oder welche Informationen die IT benötigt.

Das hilft auch bei der Dokumentation. Gerätezuordnung, Benutzerkonten und besondere Berechtigungen entstehen dann nicht nebenbei, sondern werden direkt beim Onboarding festgehalten. Beim späteren Rollenwechsel oder Austritt ist genau diese Übersicht wieder nützlich.

Wenn Benutzer- und Geräte-Onboarding zur laufenden IT-Betreuung gehört, muss der Ablauf nicht bei jedem Eintritt neu organisiert werden. Genau das kann ein Baustein unserer Managed IT Services sein, zusammen mit Dokumentation und späterem Offboarding.

Am ersten Arbeitstag sollte die Technik kein eigenes Projekt sein

Dafür braucht es keine komplizierte Onboarding-Plattform. Ein vollständiger Auftrag, ein vorbereitetes Arbeitsgerät und klare Zuständigkeiten reichen als Grundlage.

Wenn ein neuer Mitarbeiter morgens sein Notebook einschalten, sich anmelden und mit den wichtigsten Anwendungen loslegen kann, ist der technische Teil im Wesentlichen erledigt. Alles andere lässt sich dann im normalen Arbeitsalltag ergänzen.

Wenn Sie Ihren bestehenden Onboarding-Ablauf strukturieren oder Benutzer- und Geräte-Onboarding in die laufende IT-Betreuung integrieren möchten, können wir das gemeinsam einordnen. Kontakt aufnehmen.

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